Eine Ausstellung von Dietlind Horstmann-Köpper und Jobst Deventer zum ersten Jahrestag des Kulturhauses „Alte Schlachterei“
Die Ausstellung ist dem verstorbenen Schauspieler Rolf Becker gewidmet. Rolf Becker hat den Kulturverein Schneverdingen lange Jahre unterstützt und wollte diese Ausstellung mit einer kurzen Lesung eröffnen. Wir freuen uns, dass Sylvia Wempner, seine Ehefrau, an seiner statt, die Ausstellung mit der Lesung eröffnen wird.
Vernissage: Sonntag, 3. Mai 2026, 16:30 Uhr, Kulturhaus „Alte Schlachterei“ Ausstellung vom 4. Mai – 28. Juni 2026
Andenkungen, Andenken, denken an, wie der Engel von Paul Klee, der gleichzeitig in die Vergangenheit und in die Zukunft blickt, zeigen beide Künstler in ihren Arbeiten, wie persönliche Erinnerungen das gegenwärtige Leben prägen und welche Bedeutung diese Erinnerung für die Zukunft hat. Kunst hat die Aufgabe Dinge zu reflektieren, für die wir im Alltag zu wenig Zeit haben. Oft spürt sie die Geschichte von Orten auf, deren frühere Bedeutung nicht mehr sichtbar ist. So auch hier im Kulturhaus „Alte Schlachterei“. „Als ich als Kind meinen Weg zum Kindergarten von der Blumenstrasse zur Bahnhofstrasse ging, kam ich an diesem Haus (einem Schlachthof) vorbei“. Heute steht hier ein Kulturhaus – was für eine Veränderung!“ so Dietlind Horstmann-Köpper.
Die Schneverdinger Malerin arbeitet schon lange zum Thema Erinnerung. Gegen das Vergessen beschäftigt sie sich seit 2009 intensiv mit dem Holocaust. Sie hat eindrückliche Porträts jüdischer Künstler wie Rose Ausländer, Else Lasker-Schüler und Paul Celan geschaffen. Sie dokumentierte 2022 das Schicksal der eigenen Familie in der Zeit der britischen Besatzung in der Lüneburger Heide in den Arbeiten der Ausstellung „Unvertraute Erinnerungen“ im Dialog mit dem Roman der Schriftstellerin Tanja Langer.
Jobst Deventer aus Rieckenbostel ist in Schneverdingen kein Unbekannter. Im Jahr 2018 zeigte er im KunstRaum und in der Friedhofskapelle im Rahmen der Ausstellungsreihe „Das Gedächtnis der Dinge“ eine Videoinstallation aus alten Fotos. In der Ausstellung ANDENKUNGEN zeigt er seine Arbeit „Zeitlinien“. Aus Zeichnungen und Skizzen hat Jobst Deventer eine Bilderschau erstellt, die einen Zeitraum von 50 Jahren umfasst. Auf dem großen Bildschirm in der Alten Schlachterei spiegeln sich die Zeiten – nicht entlang eines Zeitstrahls sondern in einer scheinbar willkürlichen Abfolge, die einen Raum für eigene Erinnerungen und Zeitbezüge öffnet. So entsteht ein kurzweiliges Kaleidoskop – witzig, melancholisch, sarkastisch und böse, immer aber persönlich, was sich nicht zuletzt in zahlreichen Selbstportraits ausdrückt.
Die Ausstellung umfasst Malerei, Installation und Skulptur.
Am Sonntag, den 7. Juni 11.30 Uhr : Lesung zur Ausstellung aus „Die Rätsel der Alme“, die Schriftstellerin Cornelia Becker aus Berlin stellt ihr neues Buch vor, zu dem Dietlind Horstmann-Köpper Übermalungen gemacht hat.
Am Freitag, den 26. Juni 18 Uhr Finissage mit der Band Ulla und die Vielsaitigen.

